{"id":262,"date":"2015-08-17T23:24:12","date_gmt":"2015-08-17T21:24:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kwier.at\/?p=262"},"modified":"2015-09-02T01:18:28","modified_gmt":"2015-09-01T23:18:28","slug":"drag-undals-verfremdung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/forschung.kwier.at\/?p=262","title":{"rendered":"Drag und\/als Verfremdung"},"content":{"rendered":"<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"700\" height=\"525\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/JuMMz3Kjl-Y?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\n<!--more--><\/p>\n<h3>\u00dcber Distanz, Rolle und Geschlecht<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Einleitung<\/h4>\n<p>Drag Acts nehmen in der Wahrnehmung oft eine eigent\u00fcmliche Position ein. W\u00e4hrend Formate wie <em>RuPaul\u2019s Drag Race<\/em> im amerikanischen Fernsehen Erfolge feiern, der Trend von <em>onee<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><strong>[1]<\/strong><\/a><\/em> Charakteren in japanischen TV-Shows kaum anzuhalten scheint und bekanntlich erst letztes Jahr eine b\u00e4rtige Drag Queen den <em>Grand Prix<\/em> des Eurovision Song Contest gewinnen konnte, f\u00fchren dieselben Acts h\u00e4ufig zu erbitterten Anfeindungen.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Judith Butler beschreibt diese ambivalente Reaktion sehr treffend in ihrem Essay \u201ePerformative Acts and Gender Constitution\u201c:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIndeed, the sight of a transvestite<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> on stage can compel pleasure and applause while the sight of the same transvestite on the seat next to us on the bus can compel fear, rage, even violence.\u201c<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Der Grund f\u00fcr diese beiden, kontr\u00e4ren Reaktionen liegt bereits im Modus von Drag selbst begr\u00fcndet. Drag entfremdet das agierende Subjekt von seinem*ihrem Geschlecht. Drag schafft eine Distanz und macht diese Distanz performativ sichtbar.<\/p>\n<p>Wie sich im Folgenden zeigen wird, ist diese Performativit\u00e4t von Distanz nun aber nichts anderes als der theatrale Effekt den Bertolt Brecht in seinem epischen Theater als <em>Verfremdung<\/em> bezeichnete.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Drag und\/als Distanz<\/h4>\n<p>Wie J. Jack Halberstam in seinem<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Buch <em>Female Masculinity<\/em> ausf\u00fchrt gibt es einen zentralen Unterschied zwischen den dramatischen Formen <em>Drag<\/em> und <em>Gender Impersonation<\/em>:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eHistorically and categorically, we can make a distinction between the drag king and the male impersonator. Male impersonation has been a theatrical genre for at least two hundred years but the drag king is a recent phenomenon. Whereas the male impersonator attempts to perform a plausible impersonation of maleness as the whole of her act, the drag king performs masculinity (often parodically) and makes the exposure of the theatricality of masculinity into the mainstay of her act.\u201c<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Halberstam macht hier Drag als eine Form der Darstellung von Maskulinit\u00e4t bzw. Femininit\u00e4t fest. Drag soll eben nicht die Ganzheit einer Geschlechtsperformance bieten sondern in theatraler, oft \u00fcbertriebener Weise spezifische geschlechtlich-konnotierte Akte ausstellen. Im Drag wird also nicht die (geschlechtliche) Position der dargestellten Rolle eingenommen, sondern es wird gerade die Doppelb\u00f6digkeit zwischen Darsteller*in und Rolle ausgen\u00fctzt, indem beide Teile in der Performance sichtbar bleiben.<\/p>\n<p>In einer der fr\u00fchesten, wissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit Drag beschreibt Esther Newton bereits 1972 in <em>Mother Camp <\/em>dieses Spiel mit den Ebenen verschiedener Realit\u00e4ten:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eAt the most complex, it [drag; <em>Anm.<\/em>] is a double inversion that says \u2018appearance is an illusion\u2019. Drag says, \u2018my <em>outside<\/em> appearance is feminine, but my essence <em>inside <\/em>[the body] is masculine.\u2019; At the same time it symbolizes the opposite inversion: \u2018my appearance <em>outside<\/em> [my body, my gender] is masculine but my essence <em>inside<\/em> [myself] is female.\u201c<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>In diesem Sinne kann Drag gerade als die Distanz aufgefasst werden, die zwischen den verschiedenen \u201aGeschlechtsrealit\u00e4ten\u2018 besteht.<\/p>\n<p>Butler beschreibt die Wirkung dieser doppelten Realit\u00e4t auf die Rezipient*innen in ihrem Buch <em>Gender Trouble<\/em> wie folgt:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIf one thinks that one sees a man dressed as a woman or a woman dressed as a man, then one takes the first term of each of those perceptions as the \u2018reality\u2019 of gender: the gender that is introduced through the simile lacks \u2018reality\u2019, and is taken to constitute an illusory appearance. In such perceptions, in which an ostensible reality is coupled with an unreality, we think we know what the reality is coupled with an unreality and take the secondary appearance of gender to be mere artifice, play, falsehood, and illusion.\u201c<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Gerade diese Distanz, die sich hier zwischen der Erwartung des Publikums und der Darstellung, zwischen dem vornehmlich \u201arealen\u2018 Geschlecht und dem \u201akonstruierten\u2018 Geschlecht der Drag Performance auftut l\u00e4sst dann die folgenden Fragen \u00fcberhaupt zu, die sich laut Butler aus der Beobachtung von Drag ergeben k\u00f6nnen:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eHer\/his performance destabilizes the very distinction between the natural and the artificial, depth and surface, inner and outer through which discourse about gender almost always operates. Is drag the imitation of gender, or does it dramatize the signifying gestures through which gender itself is established? Does being female constitute a \u2018natural fact\u2019 or a cultural performance, or is \u2018naturalness\u2019 constituted through discursively constrained performative acts that produce the body through and within the categories of sex? [\u2026] What other foundational categories of identity \u2013 the binary of sex, gender, the body \u2013 can be shown as productions that create the effect of the natural, the original, and the inevitable?\u201c<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Verfremdung und\/als Distanz<\/h4>\n<p>Auch der Brecht\u2019sche Verfremdungseffekt kann \u00fcber die durch ihn geschaffene Distanz verstanden werden. Walter Benjamin arbeitet in seinem Essay \u201eWas ist das epische Theater?\u201c dann auch diesen Modus der Distanz als zentrales Element des epischen Theaters in Abgrenzung zum naturalistischen heraus:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDie naturalistische B\u00fchne, nichts weniger als Podium, ist eine durchaus illusionistische. Ihr eigenes Bewu\u00dftsein, Theater zu sein, kann sie nicht fruchtbar machen, sie mu\u00df es, wie jede dynamische B\u00fchne, verdr\u00e4ngen, um sich ihrem Ziele, das Wirkliche abzubilden, unabgelenkt widmen zu k\u00f6nnen. Das epische Theater dagegen beh\u00e4lt davon, da\u00df es Theater ist, ununterbrochen ein lebendiges und produktives Bewu\u00dftsein. Dieses Bewu\u00dftsein bef\u00e4higt es, die Elemente des Wirklichen im Sinne einer Versuchsanordnung zu behandeln und am Ende, nicht am Anfang dieses Versuchs stehen die Zust\u00e4nde. Sie werden also dem Zuschauer nicht nahegebracht sondern von ihm entfernt.\u201c<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Brecht schreibt in \u201e\u00dcber das experimentelle Theater\u201c 1939\/40 auch spezifisch \u00fcber das Verh\u00e4ltnis von Schauspieler*innen und Verfremdungseffekt:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eEine Verfremdungstechnik wird benutzt, wenn der Schauspieler es nicht zur restlosen Verwandlung in die B\u00fchnenfigur kommen l\u00e4\u00dft, sondern lediglich, die Figur beschreibt, indem er ihre Haltungen, ihr \u00c4u\u00dferes, ihre Benehmweisen vorf\u00fchrt\u201c<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Sp\u00e4testens hier werden die Entsprechungen zwischen Drag und Verfremdung augenscheinlich. Die Akteur*innen in Drag wie epischem Theater versuchen eben nicht eine ganzheitliche, ungebrochene Darstellung \u201aauf die B\u00fchne zu bringen\u2018, sondern stellen lediglich bestimmte markierte und <em>zitierte<\/em> Gesten aus. Die \u201ezitierbare Geste\u201c, das ist laut Benjamin \u201edas Material\u201c des epischen Theaters.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Und gerade auch diese Zitierbarkeit ist es die nach Butler die Performativit\u00e4t von Geschlechterakten ausmacht.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Drag und\/als Verfremdung<\/h4>\n<p>Wie sich gezeigt hat scheinen Drag und Verfremdung ihre Kraft also aus den gleichen Mechanismen zu beziehen. Doch nicht nur mechanistisch k\u00f6nnen diese beiden Konzepte als analog verstanden werden, auch in den von ihnen erhofften Wirkungen lassen sich markante Parallelen ablesen.<\/p>\n<p>Brecht selbst etwa beschreibt seine Hoffnung f\u00fcr die Verfremdung so:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWas ist damit [durch die Verfremdung; <em>Anm.<\/em>] gewonnen? Damit ist gewonnen, da\u00df der Zuschauer die Menschen auf der B\u00fchne nicht mehr als ganz un\u00e4nderbare, unbeeinflu\u00dfbare, ihrem Schicksal hilflos ausgelieferte dargestellt sieht. Er sieht: der Mensch ist so und so, weil die Verh\u00e4ltnisse so und so sind. Und die Verh\u00e4ltnisse sind so und so, weil der Mensch so und so ist. Er ist aber nicht nur so vorstellbar, wie er ist, sondern auch anders, so wie er sein k\u00f6nnte, und auch die Verh\u00e4ltnisse sind anders vorstellbar, als sie sind.\u201c<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Elin Diamond f\u00fchrt diese Ideen dann 1988 weiter und bezieht sie spezifisch auf ihre Hoffnung einer feministischen Nutzbarkeit von \u201ealienation-effects\u201c:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eA-effects are not easy to produce, but the payoffs can be stunning. When gender is \u2018alienated\u2019 or foregrounded, the spectator is enabled to see a sign system as a sign system \u2013 the appearance, words, gestures, ideas, attitudes, etc., that comprise the gender lexicon become so many illusionistic trappings to be put on or shed at will. Understanding gender as ideology \u2013 as a system of beliefs and behavior mapped across the bodies of females and males, which reinforces a social status quo \u2013 is to appreciate the continued timeliness of Verfremdungseffekt, the purpose of which is to denaturalize and defamiliarize what ideology makes seem normal, acceptable, inescapable.\u201c<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Butler ist es dann schlie\u00dflich, die 1993 folgende Zeilen schrieb:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDrag is an example that is meant to establish that \u2018reality\u2019 is not as fixed as we generally assume it to be. The purpose of the example is to expose the tenuousness of gender \u2018reality\u2019 in order to counter the violence performed by gender norms.\u201c<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Auch wenn Butler sich in ihrer Beschreibung der Wirkung von Drag nicht explizit auf Brecht beruft, sind die Parallelen in der Argumentation wohl offensichtlich. Wo Brecht die Gewalt von Kapitalismus und Reaktion im Kopf hat, zielt Butler auf die Gewalt der heterosexuellen Matrix ab, doch beide scheinen eben die gleiche Hoffnung zu hegen, dass durch eine Sichtbarmachung der (unsichtbaren) Wirkungsweisen dieser Gewalt, der Denkautomatismus gebrochen wird, und der erste Schritt in Richtung eines befreiteren Lebens getan ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Schlussbemerkung<\/h4>\n<p>Allerdings ist Drag ebenso leider kein Garant f\u00fcr Subversivit\u00e4t, wie auch Butler anmerkt:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eI want to underscore, that there is no necessary relation between drag and subversion, and that drag may very well be used in the service of both the denaturalization and reidealization of hyperbolic heterosexual gender norms. At best, it seems, drag is a site of certain ambivalence, one which reflects the more general situation of being implicated in the regimes of power by which one is constituted and, hence, of being implicated in the very regimes of power that one opposes.\u201c<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Drag kann ebenso leicht hegemoniale Geschlechterpraxen st\u00fctzen, wie sie unterminieren. Jedoch hat Drag ein gewisses, subversives Potential, dass sich eben dadurch ergibt, dass die Distanz zwischen handelnder Person und Handlung aufgezeigt wird. Diese Unterbrechung ist es dann die \u2013 mit Benjamin gesprochen \u2013 zu einer Entdeckung der Zust\u00e4nde f\u00fchrt:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDie Unterbrechung der Handlung [\u2026] wirkt st\u00e4ndig einer Illusion im Publikum entgegen. Solche Illusion n\u00e4mlich ist [\u2026] unbrauchbar, [\u2026] die Elemente des Wirklichen im Sinne einer Versuchsanordnung zu behandeln. Am Ende, nicht am Anfang, dieses Versuches stehen aber die Zust\u00e4nde. [\u2026] Die Entdeckung der Zust\u00e4nde vollzieht sich mittels der Unterbrechung der Handlung.\u201c <a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Dadurch, dass Geschlecht nicht mehr als Teil einer homogenen, ganzheitlichen, und essentiellen Identit\u00e4t gesehen wird, sondern als Ergebnis diskreter Akte, wird eben diese Konstituierung von Identit\u00e4t \u00fcber Akte potentiell erst sichtbar.<\/p>\n<p>Hierin findet sich dann das kritische Potential, dass Drag Acts wie etwa Conchita Wurst im besten Fall bieten k\u00f6nnen und es ist genau dieses kritische Potential auf, dass sich auch Brecht und Benjamin in ihrem theaterreformatorischen Projekt berufen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Quellen<\/h4>\n<p>Benjamin, Walter: \u201eDer Autor als Produzent\u201c. In: <em>Walter Benjamin. Gesammelte Schriften, Bd. 2<\/em>, Hgg. von Rolf Tiedemann und Hermann Schweppenh\u00e4user. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1977, S.683-701.<\/p>\n<p>Benjamin, Walter: \u201eWas ist das epische Theater? (1). Eine Studie zu Brecht.\u201c In: <em>Walter Benjamin. Gesammelte Schriften, Bd. 2<\/em>, Hgg. von Rolf Tiedemann und Hermann Schweppenh\u00e4user. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1977, S.519-531.<\/p>\n<p>Brecht, Bertolt: \u201e\u00dcber das experimentelle Theater.\u201c In: <em>Bertolt Brecht. Schriften 2. Teil 1.<\/em> Hgg. von Werner Hecht, JanKnopf, Werner Mittenzwei und Klaus Dertlef M\u00fcller. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1993, S.540-561.<\/p>\n<p>Butler, Judith: <em>Bodies That Matter. On the Discursive Limits of \u201aSex\u2018.<\/em> London\/New York: Routledge 2011.<\/p>\n<p>Butler, Judith: <em>Gender Trouble. Feminism and the Subversion of Identity.<\/em> London\/New York: Routledge 2006.<\/p>\n<p>Butler, Judith: \u201ePerformative Acts and Gender Constitution\u201d. In: <em>Performing Feminisms. Feminist Critical Theory and Theatre.<\/em> Hgg. von Sue-Ellen Case. Baltimore: John Hopkins UP 1990, S. 270-282.<\/p>\n<p>Diamond, Elin: \u201eBrechtian Theory\/Feminist Theory. Toward a Gestic Feminist Criticism\u201c. In: <em>TDR 32\/1<\/em> Fr\u00fchling 1988, S82-94.<\/p>\n<p>Halberstam, Judith Jack: <em>Female Masculinity<\/em>. Durham\/London: Duke UP 1998.<\/p>\n<p>Newton, Esther: <em>Mother Camp. Female Impersonators in America.<\/em> Chicago: Chicago UP 1972.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Endnoten<\/h4>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> W\u00f6rtlich \u00fcbersetzt etwa \u201egro\u00dfe Schwester\u201c, finden sich diese feminin agierenden und gekleideten, m\u00e4nnlichen Charaktere heute in einer Vielzahl von fiktionalen und Reality Formaten in Japan.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Ein Beispiel hierf\u00fcr bieten etwa einige russische Twitter-Nutzer, die sich aus Protest gegen Conchita Wurst ihren Bart abrasierten. Vgl. Frena, Bernhard: \u201eIm Zeichen des Bartes.\u201c In: <em>Eurovision Song Contest. Eine kleine Geschichte zwischen Geschlecht, K\u00f6rper und Nation.<\/em> Hgg. v. Christine Ehardt, Georg Vogt und Florian Wagner. Wien: Zaglossus 1990, S.296-307.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> In diesem fr\u00fchen Text verwendet Butler noch den Begriff \u201etransvestite\u201c den sie bereits in Gender Trouble dann durch Drag ersetzen wird.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Butler, Judith: \u201ePerformative Acts and Gender Constitution\u201c. In: <em>Performing Feminisms. Feminist Critical Theory and Theatre.<\/em> Hgg. von Case, Sue-Ellen, Baltimore: John Hopkins 1990, S. 270-282, hier S. 278.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Die Auswahl des m\u00e4nnlichen Pronomen bei Judith Jack Halberstam wurde analog zu den Aussagen in diesem Interviews vorgenommen: <a href=\"http:\/\/www.lambdaliterary.org\/interviews\/02\/01\/jack-halberstam-queers-create-better-models-of-success\/\">http:\/\/www.lambdaliterary.org\/interviews\/02\/01\/jack-halberstam-queers-create-better-models-of-success\/<\/a>; Zugriff: 29.07.2015.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Halberstam, Judith J.: <em>Female Masculinity<\/em>. Durham\/London: Duke UP 1998, S. 232.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Newton, Esther: <em>Mother Camp. Female Impersonators in America.<\/em> Chicago: Chicago UP 1972, S.103.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Butler, Judith: <em>Gender Trouble. Feminism and the Subversion of identity.<\/em> London\/New York: Routledge 2006, S.xxiii.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Butler, Judith: <em>Gender Trouble. Feminism and the Subversion of identity.<\/em> London\/New York: Routledge 2006, S.xxxi.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Benjamin, Walter: \u201eWas ist das epische Theater? (1). Eine Studie zu Brecht.\u201c In: Walter Benjamin. Gesammelte Schriften, Bd. 2, Hgg. von Rolf Tiedemann und Hermann Schweppenh\u00e4user. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1977, S.519-531, hier S.521f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Brecht, Bertolt: \u201e\u00dcber das experimentelle Theater.\u201c In: <em>Bertolt Brecht. Schriften 2. Teil 1.<\/em> Hg. von. Werner Hecht\/JanKnopf\/Werner Mittenzwei\/Klaus Dertlef M\u00fcller. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1993, S.540-561, hier S.560.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Vgl. Benjamin, Walter: \u201eWas ist das epische Theater? (1). Eine Studie zu Brecht.\u201c In: Walter Benjamin. Gesammelte Schriften, Bd. 2, Hgg. von Rolf Tiedemann und Hermann Schweppenh\u00e4user. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1977, S.519-531, hier S.521.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Vgl. Butler, Judith: <em>Bodies That Matter. On the Discursive Limits of \u201aSex\u2018.<\/em> London\/New York: Routledge 2011, S.177.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Brecht, Bertolt: \u201e\u00dcber das experimentelle Theater.\u201c In: <em>Bertolt Brecht. Schriften 2. Teil 1.<\/em> Hg. von. Werner Hecht\/JanKnopf\/Werner Mittenzwei\/Klaus Dertlef M\u00fcller. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1993, S.540-561, hier S.555.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Diamond, Elin: \u201eBrechtian Theory\/Feminist Theory. Toward a Gestic Feminist Criticism\u201c. In: <em>TDR 32\/1<\/em> Fr\u00fchling 1988, S82-94, hier S. 85.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Butler, Judith: <em>Gender Trouble. Feminism and the Subversion of identity.<\/em> London\/New York: Routledge 2006, S.xxv.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Butler, Judith: <em>Bodies That Matter. On the Discursive Limits of \u201aSex\u2018.<\/em> London\/New York: Routledge 2011, S.85.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Benjamin, Walter: \u201eDer Autor als Produzent\u201c. In: <em>Walter Benjamin. Gesammelte Schriften, Bd. 2<\/em>, Hgg. von Rolf Tiedemann und Hermann Schweppenh\u00e4user. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1977, S.683-701, hier S. 698.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"post-excerpt\">Drag Acts nehmen in der Wahrnehmung oft eine eigent\u00fcmliche Position ein. Der Grund f\u00fcr die oft kontr\u00e4ren Reaktionen liegt bereits im Modus von Drag selbst begr\u00fcndet. 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